Fachstelle für Prävention und Beratung bei Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch

Zwei Drittel würden

einem Bekannten mit

Pädophilie helfen

Beforemore unterstützt Studierende und Lernende bei ihren Arbeiten zum Thema Pädophilie und Prävention. Eine dieser Arbeiten liefert erstaundliche Erkenntnisse.

Würden Sie einem Familienmitglied helfen, das Ihnen anvertraut, sexuelle Fantasien mit Kindern zu haben? Würden Sie einen Freund unterstützen, nachdem Sie erfahren haben, dass dieser pädophil ist? Diese Frage haben zwei Lernende aus dem Fachbereich Gesundheit FaGe 200 Personen gestellt. Das Resultat ist beeindruckend: 64 Prozent der Befragten haben mit Ja geantwortet.

 

Sexuelle Gewalt in Sozialen Medien

Die Zahl stammt aus einer von vielen Arbeiten von Studierenden und Lernenden, die Beforemore in den letzten Jahren unterstützt hat. Pädophilie ist ein hochstigmatisiertes Thema – deshalb freuen wir uns, wenn sich angehende Fachpersonen in Studium oder Lehre damit auseinandersetzen. Wir unterstützen Master- und Bachelor-, Matura- oder Vertiefungsarbeiten gerne mit fachlicher Information und Erfahrungen aus dem Beratungsalltag.

Auch die FaGe-Lernenden Leana Mascetti und Leonie Hedinger setzten sich im Rahmen ihrer Vertiefungsarbeit während der Lehre mit dem Thema Pädophilie auseinander. «Die ersten Berührungspunkte hatten wir auf Internetplattformen wie Instagram und Tiktok», schreiben sie in ihrer Arbeit. Dort erhielten sie Nachrichten von fremden Erwachsenen. «Einige Personen wollten ein Treffen mit uns vereinbaren, andere haben Komplimente zum Aussehen gemacht, andere haben direkt nach Nacktfotos gefragt und ungefragt von sich selbst Bilder geschickt.» Diese Erfahrungen mit Verhalten, das teils als sexuelle Gewalt eingestuft werden muss, schreckten sie nicht ab. Vielmehr weckten sie den Wunsch, sich vertieft und differenziert mit dem Thema Pädophilie und der Prävention von Straftaten zu beschäftigen. 

Kontakt

Arbeitest du als Student oder Studentin an einer Arbeit über die Prävention von sexueller Gewalt gegen Kinder? Wir unterstützen gerne mit fachlichen Einschätzungen und Hintergrundinfos. Mail an: info@beforemore.ch.

Neben Informationen zu Pädophilie und Hebephilie, zu Prävention und Recht enthält die 28-seitige Arbeit auch besagte Umfrage. Sie gibt – auch wenn nicht repräsentativ – einen Eindruck davon, wie Menschen über das Thema denken:

  • Die Mehrheit glaubt nicht, dass Menschen mit einer pädophilen Neigung auch automatisch Straftäter sind. 59 Prozent der Befragten antworteten mit «Nein», 41 Prozent mit «Ja».
  • 86 Prozent finden, dass mehr über Pädophilie gesprochen werden sollte. Die meisten Befragten schätzen sich als «mittelmässig informiert» ein.
  • Knapp 90 Prozent befürworten die Präventionsarbeit und denken, dass Präventionsangebote helfen können, sexuelle Gewalt zu verhindern.
  • 64 Prozent würden einem oder einer Bekannten helfen, wenn er oder sie eine pädophile Neigung hätte.
  • 9 Prozent gaben an, mindestens eine Person persönlich zu kennen, die eine pädophile Neigung habe. 2 Prozent antworteten, selbst schon Bilder oder Videos gesehen zu haben, die den sexuellen Missbrauch eines Kindes zeigen (sog. Kinderpornografie).

 

«Nur offene Diskussion hilft»

In ihrer Reflexion schreibt Leonie Hedinger: «Ich habe erkannt, dass Prävention nur etwas bringt, wenn auch Wissen und Offenheit in der Gesellschaft gefördert werden.» Und Leana Mascetti: «Für die Zukunft habe ich gelernt, dass schwierige Themen nur durch Aufklärung und offene Diskussionen enttabuisiert werden können. Ich möchte künftig mutiger sein, über heikle Themen zu sprechen und dabei sachlich, vorurteilsfrei und empathisch zu bleiben.»

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