Fachstelle für Prävention und Beratung bei Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch

es gibt eine

pädophile person

in deinem Umfeld?

Du bist mit deinem Verdacht oder einer Ahnung nicht sicher. Wagst es nicht, das Unaussprechliche anzusprechen. Das ist mehr als verständlich. Bleib damit nicht alleine. Suche das Gespräch und hole dir professionelle Unterstützung. Dafür sind wir da, und wir sind froh, dass du uns gefunden hast. Du kannst dich darauf verlassen, dass wir zuhören, ohne zu bewerten oder vertrauliche Informationen weiterzugeben.

Wurdest du selbst oder eine dir nahestehende Person Opfer einer Straftat, kannst du dir auch bei Opferberatungsstellen Hilfe holen. Diese beraten – wie wir – kostenlos, vertraulich und anonym, in der ganzen Schweiz. Auch eine Selbsthilfegruppe kann dir Unterstützung bieten. Hier tauschen sich Menschen miteinander aus, die ähnliches erlebt haben wie du.

Auf dieser Seite findest Du

  • Infos über unser Beratungsangebot
  • Weitere Hilfsangebote (z.B. Selbsthilfegruppen, Opferhilfe)
  • Antworten auf häufig gestellte Fragen

Unsere Beratungen sind...

... anonym

Du musst weder deinen Namen, deine E-Mail-Adresse oder Telefonnummer, noch deinen Wohnort oder andere persönliche Daten angeben.

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Du bezahlst für die Beratung nichts. 

... kompetent

Du wirst bei uns von Berater:innen mit langjähriger Erfahrung in genau diesen Themen unterstützt. 

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Du kannst den Kontakt zu uns jederzeit abbrechen, wenn du die Beratung nicht weiterführen möchtest.

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Dienstag: 17 – 19 Uhr
Freitag: 09 – 11 Uhr

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Schreib uns an info@beformore.ch. Du musst in der Nachricht keine persönlichen Daten nennen, wenn du dies nicht möchtest. 

Beratung vor Ort

Wir bieten Beratungsgespräche in unseren Räumen an der Marktgasse 18 in Bern an. Um einen Termin zu vereinbaren, schreib uns an info@beforemore.ch.

Wir sind ein unabhängiger Verein und tauschen deine vertraulichen Daten weder mit Partnerorganisationen noch mit Behörden oder der Strafverfolgung aus (z.B. in einem laufenden Strafverfahren). Es gibt eine einzige Ausnahme: Wenn konkrete Hinweise auftauchen, dass die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines Kindes unmittelbar – das heisst jetzt gerade – gefährdet ist, haben wir eine Meldepflicht gegenüber den zuständigen Behörden.

Für grösstmögliche Anonymität raten wir dir, ein VPN zu benutzen, wenn du dich in unserem Chat anmeldest.

Weitere

Hilfsangebote

Beratungsangebote

Quoi: De l’information, une écoute active et sans préjugé, de l’accompagnement, de l’orientation vers des thérapeutes sensibilisés à la problématique. Les prestations sont dispensées gratuitement, avec possibilité de garder l’anonymat.

Pour qui: Service destiné aux personnes, adultes et adolescent(e)s, n’ayant jamais commis d’acte d’ordre sexuel sur enfant mais préoccupé(e)s par des fantasmes sexuels envers des enfants.

Route de Clos-Donroux 1
1870 Monthey
Téléphone: 0800 600 400 (appel gratuit)
Horaires: Mardi 9h–12h / 13h–16h, Mercredi 13h–16h, Jeudi 9h–12h / 13h–16h
E-Mail | Website

Opferberatungsstellen

Was: Wurdest du selbst oder eine dir nahestehende Person Opfer einer Straftat, kannst du dir Hilfe bei Opferberatungsstellen holen. Auch diese beraten kostenlos, vertraulich und anonym– in der ganzen Schweiz.

Für wen: Alle Menschen, die in der Schweiz durch eine Straftat körperlich, psychisch oder sexuell beeinträchtigt wurden. 

Webseite

Selbsthilfegruppen für Angehörige

Was: Eine Selbsthilfegruppe in deiner Region kann Unterstützung bieten. Hier tauschen sich Menschen miteinander aus, die ähnliches erleben oder erlebt haben.  

Für wen: Menschen, deren Partner:in, ein Elternteil oder Nahestehende eine pädophile Neigung haben.  

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Häufig gestellte

Fragen

Allgemeine Fragen

Eine Person mit einer pädophilen Neigung hat eine sexuelle Vorliebe für Kinder, die noch nicht die Pubertät erreicht haben oder sich im frühen Stadium der Pubertät befinden. Manche Personen mit einer pädophilen Neigung haben nur an Mädchen, andere nur an Knaben Interesse. Wieder andere sind sowohl an Mädchen als auch an Knaben interessiert. Das sexuelle Interesse an Kindern bleibt in der Regel ein Leben lang bestehen und kann nach aktuellem Verständnis nicht wegtherapiert werden. Eine pädophile Neigung stellt nicht nur für die betroffene Person selber, sondern für die ganze Familie und das soziale Umfeld eine grosse Belastung dar. Deshalb ist es uns wichtig, dass Angehörige von Menschen mit einer sexuellen Präferenz für Kinder die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

Die betroffene Person fühlt sich von Kindern/Jugendlichen im pubertären Alter, also zwischen ungefähr 11 und 16 Jahren, sexuell angesprochen. Das heisst, das sexuelle Interesse bezieht sich auf Kinder/Jugendliche, deren Körper sich im Übergang zwischen Kind und Erwachsenem befindet.

Man geht davon aus, dass etwa 1% der männlichen Bevölkerung eine pädophile Veranlagung hat. Bei den Frauen gibt es keine gesicherten Zahlen. Innerhalb der Schweiz gehen Fachexperten von ca. 30’000 bis 40’000 betroffenen Männern und 300–1800 betroffenen Frauen aus.

Bei der Hebephilie (sexuelle Anziehung gegenüber Jugendlichen) gehen Fachpersonen von höheren Zahlen aus, Studien fehlen jedoch.

Es gibt nicht DIE Ursache für die Entstehung einer Pädophilie oder Hebephilie. Die aktuelle Forschung diskutiert verschiedene Faktoren, welche eine Entstehung begünstigen können (z. B. Auffälligkeiten der Gehirnfunktion, frühe Entwicklungs- und Bindungsstörungen, traumatische Erfahrungen, etc.). Bei den Erklärungsversuchen wird wiederholt das «biopsychosoziale Störungsmodell» herangezogen. Dieses Modell sieht die Ursache einer Pädophilie oder Hebephilie im ungünstigen Zusammenspiel von körperlichen, psychischen und sozialen Faktoren. Insgesamt kann die Entstehung jedoch nicht vollständig erklärt werden. Klar ist: Niemand sucht sich eine pädophile Neigung aus. Wer pädophil ist, kann nichts für seine Neigungen, aber für seinen Umgang damit.

Sexuelle Gewalt oder sexueller Missbrauch von Kindern umfasst sowohl Handlungen mit als auch ohne Körperkontakt. 

Jede sexuell motivierte Berührung zwischen einer erwachsenen Person und einem Kind ist ein sexueller Missbrauch. Auch sexuelle Berührungen zwischen Kindern können sexueller Missbrauch sein, wenn ein gewisser Altersunterschied besteht. In der Schweiz gilt: Wenn der Altersunterschied grösser als drei Jahre ist und die jüngere Person unter 16 Jahre alt ist, macht sich die ältere Person strafbar. 

Sexueller Missbrauch (sexuelle Gewalt) muss nicht zwingend mit Schmerz, körperlicher Gewalt oder Penetration verbunden sein. Immer wenn ein:e Erwachsene:r ein Kind in eine sexuelle Aktivität mit einbezieht (zuschauen, zeigen, berühren), um die Bedürfnisse des Erwachsenen zu befriedigen, handelt es sich um sexuellen Missbrauch. «Sexuelle Aktivität» ist dabei sehr weit gefasst: Bereits ein Zungenkuss kann sexuellen Missbrauch darstellen, wenn der Altersunterschied zwischen den Beteiligten grösser als 3 Jahre ist.

Sexueller Missbrauch findet oft auch im Internet statt: Zum Beispiel, wenn eine erwachsene Person ein Kind zu sexuellen Handlungen an sich selbst – beispielsweise vor einer Webcam – nötigt. Sexueller Missbrauch umfasst weiter auch die Herstellung, die Verbreitung und den Konsum von Missbrauchsabbildungen (Kinderpornografie).

Missbrauchsabbildungen zeigen sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen in Form von Videos oder Fotografien, häufig im Internet. Der Besitz, der Erwerb oder die Verbreitung von Missbrauchsdarstellungen ist in der Schweiz strafbar. 

Der Begriff «Kinderpornografie» ist verharmlosend. Sexuelle Handlungen mit Kindern sind immer mit Gewalt verbunden. Um Missbrauchsabbildungen herzustellen, werden real existierende Kinder ebenso real sexuell missbraucht. Die betroffenen Kinder werden traumatisiert und leiden ihr Leben lang unter dem erlittenen Missbrauch. Das Wissen darum, dass der erlittene Missbrauch in bildlicher Form im Internet weiter besteht, erschwert die Verarbeitung zusätzlich. 

Der Konsum von Missbrauchsabbildungen fördert zudem die Herstellung von neuem Material.

Auch gezeichnete oder KI-generierte Bilder sind verboten. Es spielt keine Rolle, ob die Kinder/Jugendlichen «echt», «gezeichnet» oder «virtuell» sind. Das Schweizer Strafgesetzbuch besagt, dass auch der Konsum, der Besitz oder das Herstellen von Abbildungen von «nicht tatsächlichen sexueller Handlungen mit Minderjährigen» unter Strafe steht (Art. 197). Der Grund liegt darin, dass Comics mit Darstellungen von sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Minderjährigen zu Nachahmungstaten führen könnten.

Fragen zu meinen Gedanken und Gefühlen

Viele Angehörige von Menschen, die sexuelle Gedanken über Kinder haben, stellen sich diese Frage. „Muss ich mich von ihm trennen?“ „Wird mein Sohn je glücklich leben können?“ Gleichzeitig befürchten Menschen mit sexueller Präferenz für Kinder oft, ihnen bleibe nur ein Leben mit Scham, Einsamkeit und Hoffnungslosigkeit. Dem ist nicht so. Auch Menschen mit einer pädophilen Neigung können ein Leben gestalten, dass sie erfüllt. 

Ein gesundes, glückliches und sicheres Leben aufzubauen, braucht Geduld und Durchhaltewillen – wie alle langfristigen Ziele. Das gilt nicht nur für Personen, die sich zu Minderjährigen hingezogen fühlen, sondern auch für das Umfeld. Oft kann professionelle Unterstützung helfen, beispielsweise eine spezialisierte Beratung durch einen Psychotherapeuten oder eine Psychotherapeutin. Sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Angehörigen auszutauschen, kann eine grosse Erleichterung bedeuten.

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Menschen das ansehen, was Fachpersonen heute als «Missbrauchsabbildungen» bezeichnen. Nicht jede Person, die Missbrauchsabbildungen (sog. Kinderpornografie) ansieht, fühlt sich primär sexuell zu Kindern hingezogen. Viele sagen, dass es mit dem Betrachten von legaler Pornografie begann und dass sie dann nach Bildern suchten, die «aufregender» waren. Einige beschreiben, dass der Konsum von Missbrauchsabbildungen sie süchtig mache. Viele erzählen, dass sie über Videos «gestolpert» sind, in denen ein Kind sexuell missbraucht wurde. Sie waren zwar angewidert davon, aber sie konnten nicht aufhören, darüber nachzudenken, was sie gesehen hatten – und begannen, nach mehr zu suchen. Und manchmal ertappen sich Menschen, die als Kinder selbst sexuell missbraucht wurden, dabei, dass sie nach Inhalten suchen, die ihren eigenen Missbrauch darstellen.

Als Angehörige:r zu merken, dass eine nahestehende Person Missbrauchsdarstellungen konsumiert, kann überfordernd sein und Scham auslösen. Uns ist es deshalb ein grosses Anliegen, dass nicht nur Menschen, die solche Bilder konsumieren, Hilfe erhalten und Verantwortung für ihr Handeln übernehmen, sondern dass auch Angehörige Unterstützung erhalten. Die Zusammenarbeit mit Beratenden, vorzugsweise einer Fachperson für sexuelles Verhalten, kann Angehörigen helfen, sich in dieser überfordernden Situation zu orientieren, eine eigene Haltung zu finden und die nächsten Schritte in Angriff zu  nehmen. 

Viele Menschen, die sich von Kindern/Jugendlichen angezogen fühlen, empfinden Selbsthass. Aber: Niemand hat sich diese Gefühle und Gedanken ausgesucht. Wenn jemand aus Deinem Umfeld sich sexuell zu Minderjährigen hingezogen fühlt, bedeutet dies nicht, dass er/sie ein schlechter Mensch oder ein Monster ist. Es sind die Handlungen, die etwas über den Charakter aussagen. Viele Menschen setzen sich mit ihren sexuellen Neigungen auseinander und finden einen Umgang damit. Sie werden zeitlebens nie gewalttätig gegenüber einem Kind und konsumieren keine Missbrauchsdarstellungen. Es ist möglich, auch als Mensch mit einer pädophilen Neigung ein erfüllendes und sicheres Leben zu führen. Oft gelingt es in Zusammenarbeit mit einer vertrauenswürdigen Fachperson und mit Unterstützung aus dem eigenen sozialen Umfeld. 

Ja, es gibt Hilfe für Menschen, die sich Sorgen machen wegen ihrer sexuellen Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen gegenüber Kindern. Viele haben bereits Unterstützung gesucht und gefunden, um mit Ihren Gefühlen und Gedanken zurecht zu kommen oder um nie ein Kind zu missbrauchen. Entscheidend ist die Motivation zur Veränderung.

Pädophilie ist eine klinische Diagnose, die nur von Fachpersonen mit einem abgeschlossenen Medizin- oder Psychologiestudium gestellt werden kann. Kein:e Freund:in, Familienmitglied oder Online-Tool kann einem sagen, dass man eine pädophile Neigung hat. Nicht jede Person, die ungewollte sexuelle Gedanken über Kinder hat, erfüllt die Kriterien für eine Pädophilie. Es können auch andere Ursachen dahinter liegen.

Umgekehrt muss nicht jede Person, die die Kriterien für eine Pädophilie erfüllt, straffällig werden. Es ist wichtig, mit einer professionellen Fachperson zusammen zu arbeiten, die einem hilft, sowohl die eigenen Gedanken als auch die eigenen Verhaltensweisen besser zu verstehen. Es gibt auch Therapeuten und Therapeutinnen, die sich auf sexuelles Verhalten spezialisiert haben. Letztere arbeiten mit pädophilen Menschen, aber auch mit Menschen, die illegale oder schädliche sexuelle Verhaltensweisen haben, ohne dass eine Pädophilie diagnostiziert wurde.

Ein Psychotherapeut oder eine Psychotherapeutin kann eine Vielzahl klinischer Strategien einsetzen, beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie, Gruppentherapie, Entwicklung von Einsicht und Empathie sowie Rückfallprävention. Die Therapie kann helfen sowohl Verhalten zu kontrollieren als auch Gedanken und Fantasien anzugehen. Wenn Menschen einmal ihre Verhaltensweisen und ihre Gefühle besser verstanden haben, gelingt es ihnen oft, eigene Strategien zu entwickeln, wie sie sich künftig sicher und verantwortungsvoll verhalten können. (Frage und Antwort basierend auf Stop It Now!)

Ja, wenn auch viel zu wenig. Wir von Beforemore beraten Angehörige von Menschen mit einer sexuellen Präferenz für Kinder. Wir empfehlen zudem oft die Teilnahme in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige. Solche Angebote gibt es in einigen deutschschweizer Städten (Webseite von Selbsthilfe Schweiz). Wenn Du als Angehörige:r bzw. Dein Kind Opfer einer Straftat wurde, erhältst Du bei den Opferhilfestellen umfassende Unterstützung. 

Fragen zu Diagnose und Therapie

Eine entsprechende Diagnosestellung bedarf spezifischer Fachkenntnisse und sollte nur durch eine Fachperson mit abgeschlossenem Medizin- oder Psychologiestudium gemacht werden. Eine falsche Diagnose würde die betreffende Person unberechtigterweise längerfristig stigmatisieren.

Im Zentrum der Diagnosestellung steht ein klinisches Interview. Die Fachperson stellt Fragen zur Lebenssituation der betroffenen Person, zu ihren sexuellen Fantasien und zu ihrem sexuellen Verhalten. Möglicherweise wird das Interview ergänzt durch Fragebögen oder Tests.

Die Kriterien für die Diagnose einer Pädophilie sind in einheitlichen, international anerkannten Leitlinien festgehalten.

Pädophilie ist eine Störung der sexuellen Präferenz und nicht heilbar, wohl aber therapierbar. Im Rahmen einer Therapie lernt man, mit einer pädophilen oder hebephilien Neigung zu leben und diese zu akzeptieren. Man wird sich der eigenen spezifischen Risiken und Ressourcen bewusst. So kann man trotz Pädophilie ein Leben mit hoher Lebensqualität führen. 

Eine Therapie ist offen für Männer, Frauen und Jugendliche. Die  Therapiestellen nehmen auch Personen auf, welche Missbrauchsdarstellungen angesehen haben, die befürchten, ein Kind sexuell zu missbrauchen oder bereits einen solchen Übergriff begangen haben. Bitte beachte: Einige Hilfsangebote wenden sich ausschliesslich an Personen, die noch keinen sexuellen Übergriff begangen haben.

Eine Voraussetzung bei allen Hilfsangeboten ist die eigene Motivation. Sie ist entscheidend für den Erfolg der Beratung oder Therapie.

Die Mehrheit der Therapeutinnen und Therapeuten in der Schweiz haben sich in keiner Weise spezifisch fortgebildet, um Menschen mit einer sexuellen Präferenz für Kinder zu behandeln. Oft ist es für Menschen, die eine Therapie beginnen möchten, darum sehr schwierig, das passende Angebot zu finden. Auf unserer Seite mit Infos für Menschen mit sexueller Präferenz für Minderjährige findest Du eine Liste mit spezialisierten Therapieangeboten. Gerne unterstützen wir zudem dabei, eine Therapeutin oder einen Therapeuten in der Nähe zu finden.

Ziel der Therapie ist, sich der eigenen spezifischen Risiken und Ressourcen bewusst zu werden. Auch wenn eine abweichende sexuelle Neigung nicht wegtherapiert werden kann, kann sie sehr wohl kontrolliert werden. Ziel ist, dass pädophile Personen trotz möglicher Einschränkungen (z. B. Meidung von sogenannten Hochrisikosituationen wie dem Kinderbecken im Freibad) ein Leben mit hoher Lebensqualität führen können, ohne fremd- und/oder selbstschädigendes Verhalten.

Zu Beginn der Behandlung wird ein erstes Gespräch durchgeführt, innerhalb welchem Ziele und der Rahmen der Behandlung besprochen werden. Das Gespräch wird in der Regel durch die behandelnde Fachperson oder deren vorgesetzte Person durchgeführt. Dabei werden Behandlungsbedarf und -möglichkeiten (z. B. Einzel- und Gruppentherapie) gemeinsam besprochen. In Abhängigkeit des Leidendrucks und des Behandlungsbedarfs werden die Intensität (Häufigkeit) und das Setting (inkl. Regeln via Behandlungsvertrag) zusammen vereinbart.

Die Therapiedauer kann je nach Leidensdruck und Behandlungsbedürfnis stark variieren. Da eine abweichende sexuelle Neigung ein Leben lang fortbesteht und ein langfristiger erfolgreicher Umgang damit erarbeitet werden muss, dauert eine Behandlung nicht selten über mehrere Jahre hinweg an. In der Regel wird die Intensität der Behandlung mit der Zeit ausgedünnt.

Die Therapiekosten können in der Regel über die Krankenkasse abgerechnet werden. Informiere Dich dennoch über eine Beratungsstelle oder direkt bei der Therapiestelle über die anfallenden Kosten. In einzelnen Kantonen werden die Kosten sogar erlassen, wenn sich eine Person einem spezifischen Präventionsprojekt angeschlossen bist (z. B. ist das Angebot der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich für Einwohner:innen des Kantons Zürich kostenlos).

Ja, das ist durchaus möglich. Der Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin sind an das Berufsgeheimnis gebunden (Art. 321 Schweizerisches Strafgesetzbuch). Das heisst, sie sind gemäss Gesetz dazu verpflichtet, alles, was sie im Rahmen der Therapie besprechen, vertraulich zu behalten. Personen, die z.B. Missbrauchsdarstellungen konsumiert haben, können dies also in einer Therapie ansprechen. Es gibt eine Ausnahme: wenn konkrete Hinweise auftauchen, dass die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines Kindes unmittelbar (also gerade jetzt) gefährdet ist, kann der Psychotherapeut oder die Psychotherapeutin bei den zuständigen Behörden unter Umständen eine Gefährdungsmeldung machen (Melderecht gemäss Art. 453 Schweizer Zivilgesetzbuch).

Fragen zum Beratungsangebot von Beforemore

Nein. Es kommt häufig vor, dass sich Ratsuchende bei uns melden, die z.B. im Internet Missbrauchsdarstellungen konsumiert haben. Unsere Beraterinnen und Berater sind an die Schweigepflicht gebunden. Das heisst: Alles, was Du uns während der Beratung sagst, bleibt vertraulich. Es gibt eine Ausnahme: Wenn wir annehmen müssen, dass ein Kind unmittelbar in Gefahr ist, dann haben wir ein Melderecht. 

Ja. Wir beraten oft Personen, bei denen zum Beispiel eine Hausdurchsuchung wegen Missbrauchsdarstellungen stattgefunden hat. Gerade für Angehörige kann ein laufendes Strafverfahren eine grosse Belastung darstellen. Es stellen sich viele Fragen – über die Beziehung zur beschuldigten Person, über die eigene Rolle, die Reaktionen des Umfelds. Es ist wichtig, in einer solchen Situation nicht alleine zu bleiben und sich zu isolieren. Unsere Berater:innen haben langjährige Erfahrung mit genau solchen Situationen und können helfen, sich zu orientieren und die nächsten Schritte in Angriff zu nehmen. 

Ja, wir geben aber keine vertraulichen Daten weiter. Wir sind ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein. Wir werden vom Bund und von einzelnen Kantonen im Rahmen des Kinderschutzes finanziell unterstützt. Wir haben einen Leistungsvertrag mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen, in der ganzen Deutschschweiz Beratungen anzubieten. Wir melden dem  Bund und den fördernden Kantonen, wie viele Personen unser Angebot genutzt haben, wir machen aber keine Angaben über die Inhalte der Gespräche. Deine persönlichen Angaben werden nicht weitergegeben. 

Wir arbeiten auch mit einigen Kantonspolizeicorps zusammen. Die Zusammenarbeit beschränkt sich aber darauf, dass Polizistinnen und Polizisten z.B. bei Hausdurchsuchungen Informationen über unser Beratungsangebot abgeben. Wir geben keine vertraulichen Informationen an die Strafverfolgungsbehörden weiter. 

Nein, wir bieten ausschliesslich Beratung an. Wir stellen keine Diagnosen und machen keine Therapien. Oft geht es in der Beratung darum, Orientierung zu finden, Gedanken und Prioritäten zu ordnen, sich zu informieren und sich über die nächsten Schritte klar zu werden. Einige Ratsuchende haben nur ein, zwei Mal z.B. über den Chat Kontakt mit uns, andere kommen mehrmals zu Beratungsgesprächen vor Ort.

Wir können Menschen mit sexueller Präferenz für Minderjährige helfen, die richtige Therapiestelle zu finden. Wir verfügen über ein grosses Netzwerk in der ganzen Schweiz.